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Freitag der 13.: Unglückstag, Glückstag oder einfach nur Freitag?

Freitag der 13. ist der wohl berühmteste Angsttermin des Kalenders, aber zugleich einer der am gründlichsten widerlegten. Manche Menschen verschieben an diesem Datum Flüge, Operationen und Vertragsunterschriften. Wiederum andere kaufen sich demonstrativ einen Spielschein, denn an einem solchen Tag “muss ja irgendetwas passieren”. Wann der nächste Freitag der 13. ansteht, woher der Aberglaube stammt, was Unfall- und Schadenstatistiken tatsächlich zeigen und warum ausgerechnet Lottospieler diesem Datum entspannt und freudig entgegenblicken dürfen, können Sie im Folgenden nachlesen. Aberglaube hin oder her: An jedem Freitag wird der Eurojackpot gezogen 😉

Wann ist der nächste Freitag der 13.? Alle Termine bis 2029

Zunächst das Organisatorische für Ihren Kalender – egal, ob Sie den Tag meiden oder feiern wollen:

  • 2026: Freitag, 13. Februar · Freitag, 13. März · Freitag, 13. November
  • 2027: Freitag, 13. August
  • 2028: Freitag, 13. Oktober
  • 2029: Freitag, 13. April · Freitag, 13. Juli

2026 ist damit ein Jahr für Hartgesottene: Drei Freitage der 13. sind das kalendarische Maximum. Mehr geht in keinem Jahr. Wer es ganz genau wissen will: Durch die Mechanik des gregorianischen Kalenders fällt der 13. eines Monats sogar minimal häufiger auf einen Freitag als auf jeden anderen Wochentag. Der Unglückstag ist also ausgerechnet der wahrscheinlichste Dreizehnte von allen. Das Universum hat Humor.

Freitag der 13. Bedeutung: Woher kommt der Aberglaube?

Die Angst hat sogar einen eigenen Zungenbrecher: Paraskavedekatriaphobie – zusammengesetzt aus den griechischen Wörtern für Freitag, dreizehn und Furcht. Wer „nur” die Zahl 13 fürchtet, leidet unter Triskaidekaphobie. Doch woher kommt die unheilvolle Kombination aus Wochentag und Zahl? Drei Erklärungen werden am häufigsten genannt:

1. Das Letzte Abendmahl

Beim letzten Abendmahl saßen 13 Personen am Tisch – Jesus und seine zwölf Jünger. Der 13. Gast war Judas, der Verräter. Seither gilt die 13 in der christlich geprägten Welt als Zahl des Unheils, und in vielen Kulturen vermeidet man bis heute 13 Gäste an einer Tafel.

2. Der Karfreitag

Die Kreuzigung Jesu fand nach der Überlieferung an einem Freitag statt. Der Freitag trug damit über Jahrhunderte den Ruf des Trauer- und Unglückstags – lange bevor er zum Feierabend-Liebling wurde.

3. Der Schlag gegen die Templer

Am Freitag, dem 13. Oktober 1307, ließ der französische König Philipp IV. die Ritter des Templerordens verhaften – ein historisch verbürgtes Datum, das gern als Geburtsstunde des Unglückstags zitiert wird. Historiker winken zwar ab (die Verbindung wurde erst viel später populär), aber für eine gute Gruselgeschichte hat das noch nie gestört.

Interessant ist: Als fester Aberglaube ist Freitag der 13. erstaunlich jung. Er verbreitete sich erst ab dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert – kräftig befeuert von Literatur, Zeitungen und später Hollywood, das mit der Horrorreihe „Freitag der 13.” ab 1980 das Übrige tat. Der Angsttag ist also weniger uraltes Wissen als vielmehr ein früher Fall von viralem Content.

Und die Angst ist real messbar: Der US-Phobienforscher Donald Dossey schätzte, dass allein in Nordamerika 17 bis 21 Millionen Menschen unter der Furcht vor diesem Datum leiden – mit einem volkswirtschaftlichen Schaden von 800 bis 900 Millionen US-Dollar pro Termin, weil Betroffene Reisen absagen, Geschäfte verschieben oder gleich zu Hause bleiben. In Deutschland hält laut einer Umfrage des Versicherers Gothaer die überwältigende Mehrheit von 82 Prozent die 13 zumindest dem Klischee nach für eine Unglückszahl – auch wenn längst nicht alle ihr Verhalten danach richten.

Der Mythos-Check: Passiert an Freitag dem 13. wirklich mehr Unglück?

Kaum ein Aberglaube lässt sich so gut überprüfen wie dieser – Versicherungen führen schließlich akribisch Buch über jeden gemeldeten Schaden. Das Ergebnis ist eindeutig und für Abergläubische geradezu kränkend:

  • Zurich Versicherung: Seit 2009 gibt es Auswertungen, dass an Freitagen der 13. im Schnitt rund 1.900 Meldungen eingehen, die etwa 10 Prozent weniger als an gewöhnlichen Freitagen vorkommen. Am Freitag, dem 13. Dezember 2024, lag die Zahl sogar 17 Prozent unter dem Freitagsschnitt.
  • R+V Versicherung: Eine Auswertung über 20 Jahre zählt an Freitagen der 13. durchschnittlich rund 3.209 Schäden. An anderen Freitagen sind es fast 200 und an sonstigen Werktagen fast 280 mehr.
  • Gothaer: 2024, ein Jahr mit zwei Freitagen der 13., wurden an diesen Terminen rund 25 Prozent weniger Schäden gemeldet als an einem Durchschnittsfreitag.
  • Kfz-Daten: Eine Auswertung von über 130.000 Haftpflichtschäden fand zwar 6,7 Prozent mehr Kfz-Schäden an Freitagen der 13. – der Unterschied war jedoch statistisch nicht signifikant, also im Bereich des normalen Zufallsrauschens.

Eine Erklärung für die niedrigeren Zahlen ist: Viele Menschen verhalten sich an dem vermeintlichen Unglückstag vorsichtiger. Sie fahren defensiver, verschieben Risikoreiches, bleiben eher daheim. Ganz eindeutig ist die Datenlage allerdings nicht: Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg zählte an Freitagen der 13. mehr Verkehrsunfälle als am Durchschnittstag, wobei der faire Vergleichsmaßstab hier der ohnehin unfallreiche Freitag wäre, nicht der verkehrsarme Sonntag, der den Gesamtschnitt drückt. Unterm Strich bleibt als seriöses Fazit: Ein erhöhtes Unglücksrisiko an Freitag dem 13. lässt sich statistisch nicht belegen. Dass an einzelnen dieser Tage Schlimmes geschah – die Costa Concordia havarierte am Freitag, dem 13. Januar 2012, ist tragisch, aber kein Muster: Katastrophen verteilen sich gleichmäßig über den Kalender.

Freitag der 13. Soll man Lotto spielen oder nicht?

Alle Angaben ohne Gewähr.

Lotto spielen am Freitag den 13.?

Ja, warum denn nicht? Drei Gründe, warum Freitag der 13. für Lotterie-Freunde eher Glücks- als Unglückstag ist:

Erstens: Freitags rollen ohnehin die Kugeln. Der Eurojackpot wird jeden Dienstag und Freitag gezogen. Ein Freitag der 13. ist also immer auch ein Ziehungstag mit Jackpot-Chancen von bis zu 120 Millionen Euro. Wer an dem Tag seinen Tipp abgibt, folgt dem Spielplan.

Zweitens: Es wird an diesem Datum tatsächlich gewonnen: Und wie! Es gibt in der Vergangenheit zahlreiche Millionengewinne an einem Freitag, den 13.: WestLotto etwa meldete einen Tipper aus dem Oberbergischen Kreis, der an einem solchen Datum mit 18,75 Euro Einsatz über 1.055.000 Euro in der zweiten Eurojackpot-Gewinnklasse abräumte. Im Juni 2026 erlebte Niedersachsen eine regelrechte Glücksserie an einem Freitag, den 13.: Übersicht der aktuellen Lottogewinner.

Drittens: Die 13 selbst ist ein Geheimtipp mit Sternchen. Kurioserweise ist die 13 seit 1955 die am seltensten gezogene Zahl bei LOTTO 6aus49 – bis Ende August 2024 fiel sie nur 710 Mal. Ein Beweis für ihren Fluch? Natürlich nicht: Bei fairen Ziehungen gleichen sich solche Abweichungen über sehr lange Zeiträume aus, jede Zahl bleibt bei jeder einzelnen Ziehung exakt gleich wahrscheinlich. Aber die Seltenheit hat einen angenehmen Nebeneffekt: Weil viele Tipper die „Unglückszahl” meiden, ist die 13 auf deutschen Spielscheinen unterrepräsentiert – und wer mit ihr gewinnt, teilt die Quote im Schnitt mit weniger Menschen. Der Aberglaube der anderen kann so zu Ihrem Vorteil werden. Mehr Kurioses dieser Art versammelt unsere Lotto-Statistik; welche Zahlen am häufigsten fielen, zeigt der Beitrag zu den meistgezogenen Lottozahlen.

Wie blicken andere Kulturen auf die 13 blicken

IGlückstag statt Unglückstag? In Italien fürchtet man die 17 und besonders an einem Freitag, den 17. In Spanien und Griechenland gilt der Dienstag, der 13. als Unglückstag. In China ist die 4 die gemiedene Zahl. Dort klingt sie wie das Wort für Tod. Die 13 spielt in Asien keine Rolle. Und in der jüdischen Tradition ist die 13 sogar positiv besetzt – die Bar Mizwa wird mit 13 gefeiert. Kurzum: Unglückszahlen sind reine Verhandlungssache der Kulturen. Welche Symbole versprechen weltweit Glück? Lesen Sie mehr über Glückssymbole .

Ein Freitag wie jeder andere?

Freitag der 13. ist ein Kulturphänomen, kein Risikofaktor: Die Schadensstatistiken zeigen eher weniger als mehr Unglück, die historischen Ursprünge sind wackliger als ihr Ruf, und die Lottokugeln fallen an diesem Datum so unbeeindruckt wie an jedem anderen. Wer mag, darf den Tag also getrost umdeuten – vom Angsttermin zum kleinen persönlichen Glücksritual. Ein Kaffee, ein Lächeln über den eigenen Aberglauben und vielleicht ein Tippfeld für die Freitagsziehung: Machen Sie sich einen schönen Freitag!

FAQ zu Freitag dem 13.

Wann ist der nächste Freitag der 13.?
Die nächsten Termine: 13. November 2026, danach 13. August 2027 und 13. Oktober 2028. Pro Jahr gibt es mindestens einen und höchstens drei solcher Freitage.

Warum gilt Freitag der 13. als Unglückstag?
Die gängigsten Erklärungen: die 13 Teilnehmer des Letzten Abendmahls, die Kreuzigung Jesu an einem Freitag und die Verhaftung der Templer am 13. Oktober 1307. Als fester Aberglaube etablierte sich das Datum aber erst im 19./20. Jahrhundert.

Passieren am Freitag den 13. mehr Unfälle?
Nein. Auswertungen großer Versicherer (Zurich, R+V, Gothaer) zeigen an diesen Tagen sogar rund 10 bis 25 Prozent weniger Schadensmeldungen als an normalen Freitagen – vermutlich, weil viele Menschen vorsichtiger sind.

Wie heißt die Angst vor Freitag dem 13.?
Paraskavedekatriaphobie. Die Angst vor der Zahl 13 allein nennt man Triskaidekaphobie.

Wird an Freitag dem 13. Lotto gezogen?
Ja, freitags findet immer eine Eurojackpot-Ziehung statt, auch an einem 13. Millionengewinne an diesem Datum sind vielfach dokumentiert.